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09.10.2017 — WIESBADENER KURIER. Musik.

Nachwuchssänger in der Wiesbadener Casino-Gesellschaft

Von Christina Oxfort
WIESBADEN — Isa Regina Siebert strahlt unentwegt. Die Sopranistin, deren Stimme erst vor wenigen Jahren von Bariton Nico Müller entdeckt und seitdem auch von ihm ausgebildet wird, ist in den gut besuchten Räumen der Casino-Gesellschaft in ihrem Element. Hier empfängt Siebert, unter anderem Mitglied des Extra-Chores des Staatstheaters Wiesbaden, als Veranstalterin „International Singing Artists“, die „Live in Concert von Herzen singen“. Bei der Gestaltung des Programms, das neben Stargast Nico Müller (Dresden) von Koloratur-Sopranistin Sabine Schaan, den Mezzo-Sopranistinnen Satomi Yada und Gundula Braum, Bariton Kei Higashiura und Tenor Tobias Stein bestritten wird, hat die „Sängerin aus Leidenschaft“ ein glückliches Händchen bewiesen: Mit anhaltendem Applaus werden die Darbietungen zu Mozarts „Hochzeit des Figaro“, „Der Gleichmütige“ (Carl Maria von Weber) oder Puccinis „O mio babbino caro“ quittiert. Und natürlich dem „Dich, teure Halle, grüß ich wieder“ aus Wagners „Tannhäuser“.
Die von Pianist Dias Karimow fulminant dargebotene (und um neun Minuten gekürzte) „Rhapsody in Blue“ von Gershwin lässt bereits zu Beginn des Konzertabends erahnen, dass die musikalischen Begleiter nicht enttäuschen. Das bestätigen Oxana Grebneva, Andreas Capecci, Oliver Zahn und Michael Miazga am Klavier sowie Cellistin Dörte Fistl. Ihr einfühlsames Spiel nimmt Rücksicht, auch, wenn’s wie bei Siebert, mal mit der Erinnerung an die nächste Strophe etwas hapert.
Begeisterung im Saal ob des „Il Bacio“ (Der Kusswalzer) von Lugi Ardii, den Schaan mit ungeheurem Charme interpretiert, und dem herzzerreißenden Seufzer, mit dem Müller sein gefühlvolles „Auf Flügeln des Gesangs“ (Mendelssohn-Bartholdy) enden lässt. Die noch wenig bekannten Künstler sind dankbar, dass die erst vor vier Jahren entdeckte Sopranistin aus Verärgerung über wiederholt nicht realisierte Konzerte eine eigene Agentur gründete und es mit dem dritten Konzert „Musik verbindet“ die Möglichkeit zum Auftritt gibt.
Klassik, Swing und Musicalmelodien
Die Werke unter anderem von Mozart, Brahms, Rossini, Lehar und Puccini stellen keinen Widerspruch zu Swing oder Musicalmelodien von Andrew Lloyd Webber dar. Jedenfalls nicht an diesem Abend. Mit „The G Notes“ kommen die mazedonischen Geschwister Teodora und Gligor auf die Bühne, die trotz akustischer Schwierigkeiten mit ihrer Eigenkomposition „Nothing can go wrong“ gut unterhalten. Im Gegensatz dazu ging das Gitarrenspiel von Diane Bliss bei ihrem Song „Geht nicht, gibt’s nicht“ nur schwer ins Ohr. Es entschädigen kraftvolle Musical-Hits von Nico Müller. Der Opernsänger und Gesangspädagoge weiß zu überzeugen. Und Lust zu machen aufs abschließend gemeinsam gesungene „Lippen schweigen“ aus Lehárs Operette „Die lustige Witwe“.

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03.10.2017 — MAIN-SPITZE. Kreis Groß-Gerau.

„Jazz meets Klassik“ auf der Büchnerbühne

Von Lotte Schüler
LEEHEIM — „Jazz meets Klassik“, das klingt wie ein Treffen von Freunden, die auf den ersten Blick herzlich wenig gemeinsam haben. Die Büchnerbühne hatte das Trio Libero am Sonntagabend eingeladen, das Treffen der zwei so unterschiedlichen Musikrichtungen zu arrangieren.
Als Klassik gelten Musikstile zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert und allgemein Formen der Kunst-Musik mit festgelegter Orchestrierung. Jazz entstand um 1900 in den Südstaaten der USA und lebt von Improvisation und spontanen Einfällen der Musiker.
Zu den klassischen Instrumenten europäischer Kunstmusik gehört die Querflöte, gespielt von Olga Reiser, einer russischen Künstlerin. Das Piano, gespielt von Dias Karimov, hat in beiden Musikrichtungen seinen Platz, ebenso der Kontrabass, gespielt von Pavel Klimanshevsky.
Fast romantisch hüllten die Musiker bei dem ersten Stück ihr Publikum ein in die Klänge der Musik von Erik Satie (1866 – 1925). Er habe Jazz und Popmusik beeinflusst erklärte Olga Reiser und wies auf die Bedeutung des 1. Oktobers hin – seit 1975 gilt der als Weltmusiktag.
Kernstück des ersten Teils war die Suite für „Flute und Jazz Piano Trio“, 1963 komponiert von Claude Bolling. Der Komponist hatte in sieben Sätzen die Elemente aus Klassik und Jazz kombiniert, integriert und arrangiert. Im ersten Satz wechselte verspielte Barockmusik zu swingendem Jazz und nahm dabei das Thema immer wieder neu auf. Die wie selbstverständlich wirkenden Übergänge zeigten, dass Musik nicht nur zur Verständigung zwischen den Völkern beiträgt. Auch eine Verständigung zwischen den verschiedenen Stilrichtungen ist möglich und bereichert das Musikerleben.
Der vierte Satz, als Fugace bezeichnet, führte den Jazz bis an die Grenzen zum Free Jazz und verändert das Thema durch akzentuierte Rhythmik, wobei die Melodie immer wieder durchdrang. Einen liedhaften Einstieg führte den als Irlandaise bezeichneten Satz in den Bereich irischer Volksmusik. Dabei behielt die Flöte die Melodie bei, während die Jazz-Rhythmik das Stück zu neuen Dimensionen transformierte.
Stücke von Bach und Petrucciani
Nach der Pause ergänzte Toni Friedrich mit seinem Schlagzeug das Trio und der Kontrabass war der E-Gitarre gewichen. Jetzt entsprachen die Instrumente eher dem, was man gemeinhin in einem Jazz-Keller erwartet. Michel Petruccianis (1962 – 1999) Komposition brachte großartigen Jazz nach Leeheim. Sensibilisiert durch den ersten Teil des Abends wurde erkennbar, wie der Jazz seine Wurzeln nicht nur in afrikanischer Musik hat, sondern auch in europäischer, und wie die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten beider Stile durch die Kombination potenziert werden. Wo Musik von Satie zu Beginn des Abends die Besucher noch sanft umhüllte wurden die Klänge jetzt dramatischer und härter.
Das Liebeslied „Bésame Mucho“ (Küss‘ mich fest) gab dem Pianisten Gelegenheit, die Möglichkeiten seines Instruments bei den Variationen der bekannten Melodie auszuloten. Und bei dem Solo in „Take the A Train“ konnte er aus dem Instrument alles herausholen, was mitreißenden Jazz ausmacht. Daneben brillierte auch der Schlagzeuger und erhielt Zwischenapplaus für sein Solo. Von Billy Strayhorn 1939 komponiert und vom Duke Ellington Orchestra ab 1941 als Erkennungsmelodie verwendet, gehört dieses Stück zu den bekanntesten des modernen Jazz und sollte den Abend beenden.
Das ließ das Publikum so nicht zu und erhielt eine Zugabe, die mit der Air von Johann Sebastian Bach wieder die klassische Musik zurückholte und mit Schlagzeug und E-Gitarre zu einer überzeugenden Mischung arrangierte.

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19.09.2017 — Lauterbacher Anzeiger

Leonard Cohen und der „Ur-Jazzer“ Johann Sebastian Bach

KONZERT Dias Karimov spielt berührendes Konzert in der Reihe „Musik im Palais“

LAUTERBACH — (red). Der Erfolg von Dias Karimovs Konzerten war einer der Ausgangspunkte für die Begründung der Reihe „Musik im Palais“. Denn was der Jazzpianist ab 2012 musikalisch im Rokokosaal des Hohhauses hinzauberte, begeisterte so sehr, dass die Verantwortlichen noch mehr Konzerte in dieser Richtung veranstalten wollten.
Nun stellte Karimov in der „Musik im Palais“ seine wunderbare neue CD „ImPuls“ vor und bereitete seinen Konzertbesuchern erneut einen ganz besonderen Abend. Außer Titeln dieses neuen Albums spielte Karimov auch Stücke eines noch neueren Programms vor, an dem er gerade arbeitet. Dazu gehörte auch die Eröffnungsmusik des Konzerts, bei der er die Sinfonia aus Johann Sebastian Bachs c-Moll-Partita mit Jerome Kerns Jazzstandard „All the Things You Are“ kombinierte.
Beides bildete eine gelungene Einheit. Bach wird von vielen Musikern als ein Ur-Jazzer gesehen. Auch Karimov sagte seinem Lauterbacher Publikum: „Ohne Bach geht nichts, auch Jazz geht nicht.“ Das stimmt. Entsprechend bruchlos ging bei Dias Karimov das Bach-Stück in das Jazzstück über. Karimov spielte herrlich swingend und mit einem unglaublich warmen, lockeren Klang. Diese Lockerheit erinnerte manchmal beinahe an die Streicher in Artie Shaws Bigband.
Die Sequenz, die Johann Pachelbels D-Dur-Kanon zugrunde liegt, wird – ganz oder auszugsweise – oft von Pop-Komponisten für Balladen verwendet. Zu Dias Karimovs neuen Arrangements gehört eine Version des Pachelbel-Kanons. Die Akkordfolge und etliche der melodischen Motive führte der Pianist mit vielen eigenen Melodien zusammen. Das Ganze hatte eine tolle Gesamtdramaturgie und war hoch emotional. Energetisch und locker zugleich ließ er die Musik pulsieren. Zwischendurch ließ er einen kleinen Sturm aufkommen, um bald wieder positivere Klänge zu spielen.
Vor allem der zweite Programmteil war von Karimovs neuem Album geprägt. Der Pianist hat es auf dem ungefähr hundert Jahre alten Schiedmayer-Flügel des Hebloser Biolandwirts und Musikers Kurt Eifert aufgenommen, nachdem er sein Solo-Debüt auf dem Hohhaus-Steinway eingespielt hatte. Beide Instrumente gehören zu Karimovs absoluten Favoriten.
Auch auf dem Steinway brachte er Titel der neuen CD wundervoll zum Klingen. Da war das Titelstück „ImPuls“ mit einem der heißesten Riffs, die es gibt, und das poetische und verspielte „I See the Rain“. Diese beiden Höhepunkte stammen aus Karimovs eigener Feder. Ebenso spielte Karimov eine besonders dunkel gefärbte Version von Charlie Parkers Titel „Billie’s Bounce“, ein swingendes „Sweet Sue“ und nicht zuletzt „There’s Only One Girl in the World“, das zu den unbeschreiblichen emotionalen Höhepunkten des Abends gehörte. Mit der zweiten Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt in einem Jazz-Arrangement war auch ein Stück von Karimovs erstem Soloalbum vertreten.
Wer den Pianisten 2012 im Hohhaus erlebt hat, erinnert sich vielleicht noch an seine Version des „Ave Maria“, das Charles Gounod über das erste Präludium aus Johann Sebastian Bachs gesetzt hat. Die Gounod-Melodie ist in Karimovs Arrangement eine Basslinie. Als Karimov bei seiner jüngsten „Musik im Palais“ dieses Bach-Präludium zu spielen begann und die linke Hand zum Melodiespiel ansetzte, mag manch einer das Gounod-Stück erwartet haben. Doch diesmal war es Leonard Cohens „Hallelujah“, das die Basstasten des Klaviers da sangen.
Was es auch für ein Stück war: Karimov baute auf jeder Basis eine ungeheuer große musikalische Erzählung auf mit vielen Facetten, vielen besonderen Melodien und Figuren, vielen Emotionen. So, wie er Stücken des 19. Jahrhunderts wie von Beethoven oder Liszt passende und geniale jazzige Klänge zu entlocken weiß, so gibt er Jazzstücken oftmals eine ausgefeilte Struktur und Dramaturgie mit spätromantischen Zügen. Dias Karimov braucht keine Genrebegriffe und -grenzen. Seine Musik ist grenzenlos und kann Freunde unterschiedlichster Stile berühren. Wer das jetzt wieder miterlebt hat, freut sich sicher schon auf seine nächste „Musik im Palais“.

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September 2017

Dunkle Abende

Mein Tagestipp. Markus Grendel.

Der Sommer ist mittlerweile Geschichte und der Herbst hält Einzug. Die langen dunklen Abende kommen. Warum diese nicht mit melodischen Klängen verbringen? Ab heute gibt es jeden Donnerstagabend für die gemütlichen Abendstunden wieder moderne Bar-Musik vom Feinsten in der Badhaus-Bar in Wiesbaden. Gleich zu Anfang starten die Veranstalter mit einem Höhepunkt: Das Akkordeon-Piano-Duo mit Akkordeonist Milorad Milo Marinkovic und Pianist Dias Karimov gibt sich die Ehre. Das Repertoire reicht von Jazz und Tango bis hin zu Crossover. Die Zusammensetzung aus Akkordeon und Piano ist höchstselten und gleichzeitig interessant, denn eigentlich sind die beiden Instrumente recht ähnlich, könnten sich sogar in die Quere kommen, doch bei diesem Duo ist das nicht der Fall.

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Апрель 2017 — журнал «Рампа», Айгуль Усманова

Сезон охоты на «РОЗОВУЮ ПАНТЕРУ»

ЗВУКИ МУЗЫКИ. 7-9 апреля в Уфе состоялся XXI Международный фестиваль джазовой музыки «Розовая пантера». На сцене Башгосфилармонии выступили известные российские исполнители – Иннокентий Иванов (вибрафон, Москва), этно-джазовый ансамбль «Орлан», а также основатель Санкт-Петербургской джазовой филармонии, выдающийся мультиинструменталист Давид Голощёкин. Хэдлайнеры(США) – Алвон Джонсон (вокал, гитара), Мэри Макбрайд (вокал), Даймон Данно (вокал), Джон Спурни (фортепиано). Также среди гостей из-за рубежа – пианист Диас Каримов (Германия) и основатель джаз-ансамбля «Дустар» Марат Юлдыбаев (Таиланд).
 Большую часть выступлений отечественных и зарубежных гостей сопровождал эстрадно-джазовый оркестр БГФ, подготовивший к фестивалю несколько программ в разных жанрах и стилях – от классического джаза до блюзовой и популярной музыки. О своеобразии и достижениях уфимского фестивального движения, а также знатных гостях традиционного весеннего джазового праздника рассказывают его участники и организаторы.
Олег Касимов, арт-директор фестиваля «Розовая пантера»: 
– Открытие первого фестивального дня было доверено джазовым коллективам, благодаря которым об Уфе как джазовом городе узнали как в стране, так и за рубежом. Это ансамбли «Орлан» Олега Киреева и «Дустар» Марата Юлдыбаева. Наш фестиваль имеет свою историю, своих слушателей, живущих в ожидании очередного праздника. Мы понимали, что кризис сказывается и на посещаемости концертов. Подготовка шла более полугода. Благодаря старым связям заполучили «американскую троицу» – певцов Мэри Макбрайд, Даймона Данно и удивительного пианиста Джона Спурни. У них невероятный послужной список, включая киноисторию с «Оскаром» и Каннским Львом. Спурни являлся музыкальным директором «Эмми», а Даймон популярен на Бродвее. Да, это полярный формат джаза. Ведь мы желали разнообразия, ну, и, безусловно, традиционного джаза. Хотелось сделать программу эксклюзивную, специально написанную для биг-бенда. Так, в первый день мы работали с давним другом «Розовой пантеры» Давидом Голощёкиным, известным своим ревностным отношением к традициям. Будучи сторонником традиционного джаза, крепко «держится» за эталон. Для более современного звучания пригласили Иннокентия Иванова, исполнителя на редком инструменте – вибрафоне. Иннокентий представлял авторскую программу, его произведения написаны современным джазовым языком. Может, для кого-то эта музыка – тяжёлая. Но ведь присутствует и познавательный момент. Если были только сплошь песни – это просто концерт, а не фестиваль. Говоря об исполнительстве, надо отметить, что нам повезло с нашим земляком Диасом Каримовым. Пианиста в стиле «кросс-овер» уфимцы приняли не просто благосклонно, а полюбили. 
Я давно мечтал увидеть короля блюза Элвона Джона, не раз удостоенного звания «Лучший гитарист года». Этот весёлый афроамериканец неопределённого возраста «зажигает» всех. Такого у нас ещё не было! Народ стоял на ушах, как на концертах «Битлз». 
В певцов Мэри Макбрайд, Даймона Данно и их аккомпаниатора Джона Спурни публика влюбилась с первых нот. К тому же Макбрайд дебютировала на уфимской сцене с любимой песней своей бабушки, которой 101 год! Так как репертуару них был популярный – блюз и киномузыка, Фрэнк Синатра и Майкл Бабл – были некоторые сомнения, но не насчёт зрителей (они в любом случаем довольны), а насчёт музыкантов: как воспримут? Но и в Монтрё случается разный формат – блюз в чистом виде. 
Скажу о своеобразии нашего фестиваля. У меня случилась полемика в интернете касательно фестиваля в Самаре, который организует Даниил Крамер. Там нет разницы, где он проходит, ибо Крамер возит своих «звёзд». То есть, в его фестивале нет места местным музыкантам. А наш фестиваль – уфимский! Я не раз отмечал, что наш биг-бенд – тоже хедлайнер. Кстати, накануне фестиваля мы вернулись из тура по Волге, там были аншлаговые концерты. 
Я уверен, что интерес к следующей «Пантере» будет ещё выше. К тому же у фестиваля ныне появились свои «перекупщики» – спекулянты, загодя скупавшие билеты и перепродававшие их втридорога. И это тоже показатель популярности. Всё как в старые добрые времена! 
Мэри Макбрайд(Mary McBride), певица:
– Мы с Даймоном были очень взволнованы перспективой игры с биг-бендом в Уфе. Это определённо нервно, когда вы не знаете оркестр и у вас короткая репетиция. Но ваши музыканты оказались такими профессионалами и настолько талантливыми! И это стало понятно уже в начале совместной репетиции. И в предвкушении хорошего вечера наше волнение улетучилось. 
Могу ли я выделить какую-то секцию оркестра? Для меня и всех, кто поёт много джаза и блюза, выступать с крутым саксофонистом – это мечта. А Олег Касимов и другие уфимские музыканты играли очень здорово, с душой и полной самоотдачей. Все выступления были замечательные, но для меня главное событие – вибрафон Иннокентия Иванова из Москвы, который сыграл свои собственные композиции с биг-бендом. Это было великолепно! 
Что же касается уфимской аудитории, замечу: она очень восприимчивая и открытая для разных видов музыки и музыкантов, которых никогда не слышала. Было очень здорово! Это наш первый визит в Уфу, но, надеюсь, не последний. Мы много ездили по России. Уфа находится в одном из красивейших регионов страны. И пусть уфимцы этим гордятся. Нам было очень интересно узнать об истории города. Особенно понравились ипподром и катание на лошадях! Сожалеем лишь о том, что нам не удалось увидеть скачки. Потому мы должны включить скачки в план нашего следующего визита. Ведь мы хотели бы вернуться на «Розовую пантеру»! 
Марат Юлдыбаев, народный артист БАССР, основатель джаз-ансамбля «Дустар»: 
– Честно говоря, я сам навязался на фестиваль: соскучился по уфимской сцене и уфимскому зрителю. Я признателен Олегу Касимову, пригласившему меня. Никого из нынешних фестивальных гостей, кроме мэтра российского джаза Давида Голощёкина, я не знал. Приятно поразил пианист Диас Каримов, сын моего безвременно ушедшего друга, композитора Айрата Каримова, с которым меня связывали тёплые воспоминания о лучших годах ансамбля «Дустар». Профессиональное владение Диасом академической, джазовой и народной музыкой дало потрясающие результаты. Ведь, собственно, джаз так и возник на американском континенте, когда встретились эти три вида музыки. 
За годы работы в джазовом баре со многими афроамериканцами, я избалован хорошим блюзом. Этот жанр очень востребован, и американские блюзовые музыканты разнообразили общий тонус фестиваля. Большую роль в нём сыграл биг-бенд филармонии – поистине хозяин фестиваля, который к тому же мог аккомпанировать всем приглашённым гостям в любом стиле.
С творчеством «Остин джаз бенд» меня связывают многие годы. Поэтому, собираясь на фестиваль, я не сомневался, с кем мне играть. Это высокопрофессиональные джазовые музыканты, которые реально свингуют. Ирина постоянно ищет свои пути развития джазового вокала, наращивает мастерство в композиции, и я с удовольствием играл её вещи. Также пригласили для нашего выступления молодых исполнителей – саксофониста Азата Гайфуллина и Настю Воровей (гитара). А мостом, соединяющим «Орлан» и «Дустар», стал мой друг, великолепный трубач Рустем Галиуллин. На «Розовой пантере» мы сыграли мою старую композицию «Сабантуй», с которой, собственно, когда-то начался «Дустар»…
Так что я снова жду «Розовую пантеру»!

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20.05.2017 — Lauterbacher Anzeiger

Gershwin für das Sonntagskind

KULTUR Musikalische Feierstunde mit Dias Karimov und „Jazz hat’s» für Rudolf Dietrich

LAUTERBACH (an), Rudolf Dietrich feierte am Donnerstagabend seinen 80. Geburtstag auf eine nicht alltägliche Weise: mit einer musikalischen Feierstunde im Rokoko-Saal des Hohhauses. Der Crossover-Pianist Dias Karimov und das Lauterbacher Acappella-Ensemble „Jazz hat’s» erfüllten dem Jubilar dabei natürlich auch seine persönlichen musikalischen Wünsche.
Zunächst trat «Jazz hat’s» auf, diesmal mit sechs Frauen und fünf Männerstimmen. Das Ensemble stand unter der musikalischen Leitung von Sabine Dietrich, der Tochter des Jubilars. Es intonierte «Wir gratulieren Dir», «One more Night» und «Die Gedanken sind frei». Prof Dr. Karl-August Helfenbein hielt dann eine kurze Laudatio und würdigte darin Dietriechs Leistung für Lauterbach. Er sei ein richtiges Sonntagskind, die Helle seines Bewusstseins, seines Verstandes und seines Witzes hätten die Menschen schön beglückt. Der verstorbene Hugo Kalzer und Rudolf Dietrich seien beim Lauterbacher Anzeiger ein gutes Paar gewesen. «Sie hatten Biss und haben sich der Geschichte und des Geschehens in Lauterbach angenommen», sagte Helfenbein. «Rudolf Dietrich hat dem vernachllässigten Vogelsberg neue Seilen abgewonnwn», lobte der Professor und dankte dafür.
Dann folgte der Höhenpunkt des Tages für das Geburtstagskind: Dias Karimov spielte auf dem Flügel seine mit eigenen Improvistionen versehene Version von George Gerschwins Meisterwerk lauschte das Publikum, stehender Applaus war der verdiente Lohn, und Dietrich freute sich: «Das war wieder großartig. Wie er es versteht, improvisierend die Spannung aufzubauen und bis zum Schluss zu halten, das reißt mich jedesmal vom Stuhl.» Zum Abschluss sang «Jazz hat’s» noch «Music was my first Love» von John Miles und den Gänsehaut-Song «Hallelujah» von Leonard Cohen.

Original auf www.jazz.ru

20.05.2017 — Алиса Сабирова, джазовая жизнь Уфы, Диас Каримов, Интервью «Джаз.Ру»

Интервью «Джаз.Ру». Пианист Диас Каримов: «Импровизация — свобода, где есть только здесь и сейчас»

Признаться, мне довольно трудно быть объективной, поскольку в силу фортепианного прошлого к пианистам я отношусь, прямо скажем, с пристрастием. Но музыкант, которого я хочу представить, на мой взгляд, заслуживает особого внимания. Невероятная техника и координация (производящая впечатление абсолютной независимости рук), изысканность и утончённость звука, чёткость акцентировки, мастерское владение буквально всем существующим арсеналом джазового (и академического, что уж!) фортепиано, а главное — убедительная, ясная и исключительно собственная логика в высказывании — вот качества, что отличают этот авторский почерк и саунд.Диас Каримов родился в Уфе в музыкальной семье, он — представитель творческой династии. Его отец — композитор и пианист Айрат Каримов, дед — композитор и баянист Тагир Каримов. Диас окончил Уфимскую государственную академию искусств им. З. Исмагилова (ныне — институт) и аспирантуру (там же) по классу специального фортепиано у профессора Наили Хамидуллиной; Высшую школу музыки (консерваторию) им. Ференца Листа в Веймаре у профессора Леонида Чижика. В настоящее время активно концертирует в Германии, Испании и других странах Европы. Играет как сольные программы, так и в различных составах — дуэтах с трубой, флейтой, аккордеоном, трио с гитаристами («цыганский джаз»), в комбо, в том числе и с вокалистами. В общем — весьма разнообразный, чисто джазовый «джентльменский набор».
Начну со странного вопроса: что такое джаз?
— Джаз, как я его понимаю — это боль. Какой может быть боль? Физической, психологической. Мы всё время говорим об африканской составляющей джаза, и если вспомнить историю, то трудно себе представить, сколько действительно боли и унижений испытали эти люди, находясь в рабстве, и будучи настолько угнетёнными внешне, они были свободны в своих песнях, которые, даже имея европейские гены в мелодическом, ладовом отношении, приобрели в этом плавильном котле какую-то особую энергетику. Стремление к свободе нашло выход именно в музыке. Человек, который не испытывал боли или жизненных сложностей, вряд ли сможет её играть. Джаз — музыка не для каждого.До приезда в Германию у меня была достаточно спокойная и обеспеченная жизнь, и моя игра, соответственно, была достаточно классичной, приджазованной, эстрадной. Она была счастливой. Я, честно говоря, тогда не очень-то даже и минорный блюз играл. Только по прошествии времени, что-то пережив, преодолев какие-то моменты, с опытом, ты можешь понять, как это должно звучать. Джаз, по моему мнению, в двадцать лет нельзя играть по-настоящему, потому что настоящее осмысление приходит позднее, когда появляется отношение к тому, что ты делаешь, и тогда всё правильно звучит.
Имея в принципе всё — будучи уже старшим преподавателем кафедры специального фортепиано, работая одновременно и на эстрадно-джазовой кафедре нашего института, вы бросили — буквально всё и уехали по сути в полную неизвестность. Известно было только одно: вы будете учиться у Леонида Чижика. Почему?
— Когда мы открыли кафедру эстрадно-джазового исполнительства, я был первым преподавателем джазового фортепиано на этой кафедре. И я почувствовал нехватку знаний, я был недостаточно компетентен. Брал уроки у преподавателей эстрадного отдела Уфимского училища искусств Анатолия Иващенко, Игоря Бурдукова, где-то сам занимался, набирал какую-то информацию… Но профессионально, чтобы я мог играть в разных стилях, мог бы и объяснить, и научить этому студентов — этого не было. Поэтому решил в любом случае уехать на стажировку. Мне посоветовали обратиться в агентство, специализировавшееся на образовании в Европе, я отослал им документы и демо-запись, которая попала к Чижику. Вначале он сказал, что никого не берёт, в его классе нет мест, но услышав мою запись, сдался: «Интересно. Приезжай». И я поехал.
На экзамене я играл Вторую венгерскую рапсодию Листа со своей каденцией, рэгтайм и пару стандартов с трио других музыкантов. Из остальных вопросов проще всего мне дался слуховой анализ — у меня абсолютный слух. После экзамена Леонид Аркадьевич успокоил, что с классикой у меня всё нормально, а вот с джазом надо будет поработать. «Но я тебя освобожу». Однако труднее всего оказалось с немецким языком, поскольку несмотря на то, что меня зачислили, по-настоящему приступить к учёбе я смог только после того, как сдал экзамен по немецкому, а это случилось спустя полугодичного весьма интенсивного (если не сказать — зверского!) курса по изучению языка. Но я всё равно ходил к Леониду Чижику вольнослушателем, он занимался со мной просто так.
Вы признались, что в 17 лет подумали, что классических пианистов в мире — колоссальное количество… И?
— Как собак нерезаных (смеётся). Но не только в этом дело. Эстраду я играл легко — всё подбирал по слуху, но вот именно импровизировать по-настоящему, как это делают джазовые музыканты, мне не удавалось. У меня даже был какой-то комплекс по этому поводу, и мне захотелось научится чему-то новому. Я пять лет работал в ресторане.
Неужели?
— Да, в крутом ресторане, я был у них в штате, они даже купили мне рояль Yamaha. Играл всё — от классики до джаза. Первый год я работал пять дней в неделю, играл по 3-5 часов, а иногда буквально до рассвета — это была такая закалка на выносливость. Работа в ресторане, как это ни странно, абсолютно не мешала мне в учёбе — я закончил институт и аспирантуру экстерном, получив оценку 5+ по специальности, потому что отшлифововал свою программу просто до блеска именно там. Я играл в ресторане Вторую рапсодию Листа (мне её даже заказывали), потом «Мурку», после Аппассионату (соната для фортепиано Людвига Ван Бетховена № 23 фа минор, op. 57 — Ред.), следом «Владимирский централ», вторую часть какой-нибудь сонаты, песню, джазовый стандарт… И для меня всё сравнялось, но в каком смысле: я понял, что нужно играть всё одинаково хорошо! Невозможно же так — вот классику я сейчас настроюсь, а какую-то песню я сыграю небрежно, абы как… Как говорил мне мой отец и, по совместительству, мой главный учитель: «неважно, какую музыку ты играешь — все звуки, которые ты извлекаешь из инструмента, должны быть наполнены смыслом, и ты в ответе за каждый из них».
Возможно, отсюда и возникло желание играть в стиле classical / jazz crossover?
— Да, наверное, это была потребность, потому что я очень долго находился в рамках академической музыки. Играя классику, если даже я просто интерпретировал нотный текст — грубо говоря, в нотах написано forte, а я играю pianissimo, — это был вызов, меня за это ругали. Даже если это звучало убедительно, наши консерваторы так не считали, и я попадал в своего рода ножницы. Я хотел показать академическую музыку, как бы это поточнее сформулировать, в другом свете… Мне хотелось выйти за рамки, но не исправлять, а вознести её. Моя любовь к этой музыке, может быть, сильнее, нежели у тех, кто просто играет выученный текст. Я хочу что-то от себя добавить, я хочу прикоснуться к этому величию. Если представить, что Лист или Бах жили бы сейчас… Думаю, они не были бы против. С другой стороны, это определённая провокация. Я видел в глазах академических музыкантов и шок, и удивление, и раздражение, и восхищение. Мне вообще нравится чувствовать, наблюдать эмоциональную реакцию людей. Я считаю, неважно, что звучит со сцены — классика, джаз или ещё что-то, ведь самое важное — это энергия, тот энергетический посыл, идущий от музыканта. Там либо да, либо нет. Либо есть эта энергия, эта любовь, либо нет, тогда всё остальное — беглость, виртуозность, музыкальность, правильность — не имеет значения.
Возвращаясь к стилю. Вам приходилось играть разную музыку, но собственно crossover вы при этом не играли?
— Нет. Есть в джазовом фортепиано достаточно стандартный по фактуре способ исполнения, когда в правой руке ты играешь какое-то ладогармоническое заполнение или импровизацию, в левой — какие-то аккорды, что, как правило, предполагает наличие басиста. Это хорошо, это клубная музыка, которую можно играть и на сцене, так играют все — сотни миллионов действительно хороших пианистов. Но это довольно редко выглядит пианистично, т.е. когда один исполнитель заполняет собой всё музыкальное пространство.
Что, собственно, вы и делаете…
— Да, и я понял, что можно одному делать просто чудеса. Впервые нечто подобное я услышал именно на уроке у Леонида Чижика. Он тогда сказал мне: «Знание Бетховена, Брамса и Шуберта тебе только поможет!» Потом уже понял, что можно пересмотреть весь академический багаж, оставив технику, но добавив профессиональных теоретических (именно джазовых!) знаний, дать этому отлежаться… А если ещё пережить и испытать что-то, отразив это в музыке, то исполнительское искусство может достигнуть буквально недосягаемого уровня. Высшая степень музицирования с этой точки зрения — играть абсолютно неподготовленные концерты, когда ты выходишь на публику и действительно не знаешь, что ты будешь исполнять. Начинаешь какой-то стандарт, потом что-то своё, а потом — полный экспромт: нажимаешь любой звук, и, от него отталкиваясь, льётся музыка… Вот это ощущение полёта я пережил, когда и я не знал, что буду играть дальше, и публике это было неизвестно. Для меня это было чем-то нереальным — я 25 лет находился в рамках нотного текста, а потом это было как кислород, как море, космос…
Полагаю, подобная стилистика более уместна на, скажем так, филармонической сцене, нежели в формате джаз-клуба?
— Леонид Чижик мне как-то сказал, что в моём случае речь идёт о сцене, а не о клубной музыке, заметив также, что музыкантов, которые могут играть в стиле classical / jazz crossover, буквально единицы. И предложил выступить на концерте, посвящённом 200-летию Ференца Листа в Веймаре. Это был огромный праздник, концерт начался в 10 часов вечера и длился почти всю ночь. Там звучали джазовые обработки его произведений, я играл Вторую рапсодию. Что же касается самого стиля crossover, это очень большой риск, поскольку просто приукрасить — это одно, и как правило это звучит дёшево. Приджазовано. Это хорошо продаётся, но своё уже отживает. А вот взять произведение классика, понять его язык, перенести его в наше время, оставив вроде бы оригинал, но применить к нему нынешние идиомы, современный тип мышления… Если это сделать технически блестяще, наполнить энергией, добавить частичку своей души, то у людей это вызывает настоящий восторг.
На мой взгляд, вам удаётся это сделать естественно, органично и изящно. И всё равно, даже при том, что я прекрасно слышу, как это происходит — интонационно, ритмически etc. — для моего восприятия это остаётся чем-то на уровне волшебства.
— Спасибо. Здесь я согласен: самое сложное — это собственно переход (crossover). Конечно, есть и какие-то заготовки, но что-то происходит совершенно спонтанно. Как я перейду, чтобы на слух это не было жёстко? Ведь это необходимо сделать с большой долей вкуса. И каждая композиция в этом отношении индивидуальна. С одной стороны, если я играю Бетховена, я должен оставить его фактуру, я должен буквально представить, как сам Бетховен импровизировал бы. Иной способ — это уже не Бетховен, это моя музыка и я играю её, будучи джазовым пианистом. Эти наложения — словно палитра художника. Притом слушателю не должно быть скучно, я всегда стараюсь держать его в напряжении. Ещё один момент: я всегда сыграю оригинал, в начале или после того, как нагуляюсь по всем ладам, риффам. Зачем? Хочу дать понять: так я тоже умею (в академической манере — А.С.). Но я выбрал другое, потому что джазовая импровизация — это следующая ступень. Не все это понимают. В джазовой импровизации можно быть романтиком, лириком или, напротив, бунтарём, разрушителем. Мне нравится и то, и это, я могу сделать по-разному и наслаждаться.
Себя я хотел бы считать эстетом. Импровизация — это свобода, где не существует ни прошлого, ни будущего, есть только здесь и сейчас. Свобода повернуть в любой момент, как в жизни. Джаз — это жизнь.

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27.09.2016 — Lauterbacher Anzeiger

Bewegendes zweier kongenialer Partner

LAUTERBACH — (mgg). Der Pianist Dias Karimov ist nicht nur einer der einfühlsamsten Solisten, sondern auch ein ebenso einfühlsamer Duopartner. Einmal mehr bewegte Karimov die Konzertbesucher im Rokokosaal des Lauterbacher Hohhauses — diesmal gemeinsam mit der Flötistin Olga Reiser, die ihm eine kongeniale musikalische Partnerin war. Es war ein Konzert der Reihe «Musik im Palais», veranstaltet vom Museumsverein.
Auf dem Programm stand unter anderem Musik Johann Sebastian Bachs und Eric Saties sowie Jazzstandards wie «Flamingo». Genre-Puristen mögen jetzt in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass die beiden Musiker Klassik und Jazz zusammenbringen. Aber darum geht es nicht, sondern es geht darum, mit Musik Geschichten zu erzählen. Ob es Romantik, Jazz oder Barock ist, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Was das heißt, hat Dias Karimov schon oft gezeigt — und wird es in Lauterbach hoffentlich noch sehr oft tun.
Wie sagenhaft das Zusammenspiel zwischen Reiser und Karimov war, wurde schon in den ersten Takten von Eric Saties «Gymnopedis» deutlich. Das ist ein ruhiges Stück, leicht verspielt und leicht verträumt. Jede Nuance wurde zu einem Erlebnis, weil die beiden Musiker so hervorragend aufeinander reagierten. Dass ihr Zusammenspiel so hochgradig präzise war, lag daran, dass sie einander so hervorragend zuhörten. Deshalb war es auch stets ungeheuer lebendig.
Bei der Air aus Johann Sebastian Bachs dritter Orchestersuite spielte Olga Reiser die Originalmelodie, während Dias Karimov seinen Klavierpart langsam in eine Jazz-Improvisation übergehen ließ. Plötzlich war da in Bachs Musik eine kleine Blue Note, dann wurden es langsam immer mehr, und der Rhythmus wurde swingend. Mit dieser Art des Übergangs in eine Improvisation fasziniert Karimov immer wieder aufs Neue, das wird einfach nicht alt. Bei der Air korrespondierte sein Solo durchgehend wunderbar mit der von Reiser gespielten Bach-Melodie. Dieses Stück war ganz besonders bewegend.
Bei «Flamingo» und bei Claude Bollings Suite «Baroque and Blue» spielte Reiser dann nicht nur Melodien der jeweiligen Komponisten, sondern auch eigene — und begeisterte damit ebenso wie mit ihrem Spiel an sich. Beide Musiker erzeugten eine unglaubliche Emotionalität — ob bei Steigerungen oder in ruhigen Momenten.
Auch solo waren beide Musiker zu erleben. Dias Karimov eröffnete auf bewegende Art und Weise den ersten Programmteil mit seinem eigenen Arrangement von «Blume der Hoffnung», einer Komposition seines Vaters Airat. Ebenso genial war es, als Olga Reiser den zweiten Programmteil mit Niccolò Paganinis 24. Cappricio einleitete. Wie sie es spielte, war es genauso erzählerisch wie virtuos. Gemeinsam bedankten sie sich mit der Zugabe «My Favourite Things» für den zu Recht warmen und herzlichen Applaus.
In der Pause reichten die Künstler und das Museum russische Spezialitäten. Der in Weimar wohnende Dias Karimov bedankte sich am Ende herzlich bei allen, die dieses Konzert ermöglicht hatten, und fügte hinzu: «Ich fühle mich in Weimar zu Hause — und in Lauterbach.»

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25.10.2016 — Badische Neueste Nachrichten

„Jazz im klassischen Anzug» passt

Olga Reiser und Dias Karimov überzeugen im Ettlinger Asamsaal

Russische Schülerinnen und Lehrerinnen, die innerhalb von Austausch-Projekten mit Ettlingens Partnerstadt Gatschina zurzeit in der Region sind, saßen am Sonntag in den Publikums-Reihen im Asamsaal des Schlosses beim Jahreskonzert der Deutsch-Russischen-Gesellschaft (DRG). Der Vorsitzende Gerhard Laier stellte die Flötistin Olga Reiser und den Pianisten Dias Karimov vor, die ihr neues Programm „Jazz im klassischen Anzug» präsentierten. In der Konzertpause gab es russischen Wein und Krimsekt.
Olga Reiser, in Ettlingen bereits bekannt, war mehrfach bei internationalen Wettbewerben für Querflöte erfolgreich, unter anderem in Moskau, Novosibirsk und Schweinfurt. Sie war Stipendiatin des Kulturministeriums der Russischen Föderation. Dias Karimov stammt aus einer russischen Musikerfamilie. Er war Preisträger bei Wettbewerben für klassische Musik und bei Jazzfestivals. Er absolvierte sein Studium am Institut für Jazz in Weimar. Als Dozent ist er engagiert an den Jazz-Akademien in Frankfurt und Wiesbaden.
Olga Reiser kündigte Stücke verschiedener Stile an, die alle etwas Gemeinsames haben. Es geht um „Musik, Emotio-nen und Melodie», betonte sie. Mit der ersten „Gymnopedie» von Erik Satie leitete sie das Programm ein. Es war interessant, dieses bekannte Klavierstück in einer Flöten-Version zu hören. Sie interpretierte die französische Musik klangschön und expressiv, einfühlsam am Flügel begleitet von Dias Karimov. Es folgte, ebenfalls aus Frankreich, die Flöten-Sonate von Francis Poulenc
Die „Caprice Nr. 24″ von Niccolö Paganini, ein bekanntes Virtuosen-Stück für die Geige, folgte in einer selten zu hörenden Fassung für Flöte solo, bravourös dargeboten von Olga Reiser. Eine Verbindung zwischen barocker Musik und Jazz stellten die Künstler her mit einer unkonventionellen Interpretation der „Air» von Johann Sebastian Bach. Zu swingenden Jazz-Akkorden gestaltete die Flötistin die bekannte Melodie aus Bachs „Orchestersuite».
Mit einem schwungvollen „Flamingo» von Theodor Grouya wurde der zweite Teil eingeleitet. Im Gedenken an seinen Vater und Jazz-Lehrer Airat Karimov präsentierte der Pianist eine „Elegie» für Klavier Solo, ein beeindruckendes Werk mit einer Verbindung von Romantik und Jazz. Auf dem schönen Steinway-Flügel erreichte Dias Karimov ein hohes Maß an klanglicher Differenzierung.
Mit einer überaus virtuosen „Jazz-Suite for Classic Flute and Jazz Piano» von Claude Bolling endete das hochkarätige Konzert. Das Publikum reagierte begeistert. Als Zugabe erklang ein Jazz-Standard aus dem Musical „My Fair Lady».

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15.06.2015 — Lauterbacher Anzeiger

Berührende musikalische Erzählungen

HEUBODEN Dias Karimov weihte Kurt Eiferts historischen Schiedmayer-Flügel ein und gab ein grandioses Konzert

HEBLOS. Großartige, tiefe und zutiefst bewegende musikalische Erzählungen schafft der Pianist Dias Karimov — egal, welche Art von Komposition er als Ausgangsbasis seiner Jazz-Improvisationen verwendet. Von Ludwig van Beethovens «Pathétique»-Sonate über Duke Ellingtons Erkennungsmelodie «Take The A-Train» bis hin zum Lauterbacher Strumpflied reicht das Spektrum. Mit dem neu restaurierten alten Flügel auf Kurt Eiferts Kabachhof in Heblos stand Dias Karimov bei seinem jüngsten Konzert ein besonders schönes Instrument zur Verfügung.
Für 120 Euro hat sich der Ökolandwirt und Musiker Kurt Eifert den etwa hundert Jahre alten Schiedmayer-Flügel in teilrestauriertem, also unspielbarem Zustand erworben. Der Klavierbauer Gerhard Stock nahm sich des Flügels an, die Holzverzierungen brachte die Restauratorin Bärbel Möller in Ordnung. Kurt Eifert schloss sich mit dem Kulturverein Lauterbach zusammen, der mit ihm das Einweihungskonzert des Flügels in der Scheune des Kabachhofes veranstaltete. Eiferts Herzenswunsch: Dias Karimov, den er bewundert und der etlichen Lauterbacher Kulturschaffenden zum Freund geworden ist, musste das Instrument einweihen.
In Lauterbach war Dias Karimov schon einige Male am Steinway-Flügel des Hohhauses zu hören. Der Schiedmayer klingt weicher als der Steinway, und auch wenn Karimov auf beiden Instrumenten sagenhaft klingt, schien der Schiedmayer besonders gut zu ihm zu passen. Seine musikalischen Erzählungen spielten sich ab auf einem echten Heuboden, der nach wie vor seinem ursprünglichen Zweck dient. Die Scheinwerfer, die Norbert Ludwig vom Kulturverein mitgebracht hatte, tauchten den Heuboden in ansprechendes Licht in Farben, die von Musikstück zu Musikstück wechselten. Einmal mehr verstand es Ludwig, eine bezaubernde Atmosphäre zu schaffen und damit der Musik zu dienen.Mit «Das alte Schloss» aus Modest Mussorgskis Zyklus «Bilder einer Ausstellung» eröffnete Karimov den ersten Programmteil. Fließend ließ er das Mussorgski-Thema in seine spannende Improvisation übergehen. Auch über Beethovens «Pathétique» spielte Karimov eine Improvisation. Wie «Das alte Schloss» befindet sich die «Pathétique» auf Karimovs Album «Respect». Einem spannungsreichen ersten Satz, bei dem der Pianist auf einem Riff improvisierte, folgte ein überaus emotionaler zweiter Satz. Karimov spielte ihn stark rhetorisch, passte also das Tempo immer der Stimmung des jeweiligen Moments an. Das tat er immer im Hinblick auf die Gesamtdramaturgie, so dass der Satz ein Ganzes ergab und niemals auseinanderfiel. Das Ergebnis berührte tief.Nach der Pause spielte der Pianist eine Komposition seines Vaters Airat Karimov mit dem Titel «Die Blume der Hoffnung». Es ist ein faszinierendes Stück mit einer endlos erscheinenden, reich verzierten und doch immer klar nachvollziehbaren Melodie. Der Farbenreichtum ist überwältigend. Auch Dias Karimov selbst ist ein sagenhafter Komponist, wie etwas später an seinem eigenen Stück «Impuls» deutlich wurde. Diese Komposition hat er schon einige Male gespielt, einmal auch in Lauterbach, doch diesmal war erstmals eine Version für Solo-Klavier zu hören. Sie beinhaltet die Essenz des Stücks und ist besonders grandios. Genial war unter anderem, wie Karimov eine Steigerung spielte, dann ganz kurz abbremste, um den titelgebenden Puls dann sofort ungebremst weiter schlagen zu lassen. Feinheiten wie diese gibt es ganz viele in Karimovs Spiel. Weil sie alle etwas erzählen, hören die Besucher ihm immer gespannt zu. Das war auch auf dem Kabachhof nicht anders.Einer der Jazzstandards, die Karimov erklingen ließ, war «Sweet Sue». Seine Version hatte eine unwiderstehliche Lockerheit. Schön war unter anderem auch, wie er für einen Moment ausschließlich Melodielinien in den oberen Lagen spielte, ohne dabei die Klarheit des Stücks und seiner Strukturen aus den Augen zu verlieren. Ob laut oder leise — in der ungarischen Komposition «Gypsy» drückte Karimov auf unterschiedlichste Art und Weise eine überaus intensive Leidenschaft aus. In seinen Konzerten bewegt er sich übrigens nie viel, sondern lässt alle Energie in die starke Musik fließen. Auch visuell ist das übrigens ansprechender als so mancher wild gestikulierender Pianist.Allzu oft wird das wunderbare Lauterbach auf sein Maskottchen, den Strolch, reduziert. Angesichts dessen kann es einem mit dem Lauterbacher Strumpflied schon mal zu viel werden. Nicht so, wenn sich Dias Karimov dieses Liedes annimmt. Er begann es als Ballade und führte es als Walzer mit viel Swinggefühl fort. Bei ihm war das Lied eine genauso großartige Erzählung wie alles andere im Programm. Die Zugabe spielte Karimov gemeinsam mit Gastgeber Kurt Eifert. Mit dem Scherzino von Thomas A. Johnson begeisterten beide Musiker. Diese Musik auf diesem Instrument und in diesem Ambiente — das erzeugte zu Recht den ganzen Abend über großen und herzlichen Beifall. Es lässt sich eigentlich nicht beschreiben, wie großartig und bewegend es war.
Von Martin G. Günkel

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15.11.2014 — Service für Mühlhausen

Konzert zur Thüringer Jazzmeile

Am Samstag, 15. November, findet in der Kulturstätte am Schwanenteich das Konzert zur Thüringer Jazzmeile statt. Um 20 Uhr beginnt die Jazzband der Kreismusikschule. Ab 20.45 Uhr musiziert das Duo „Sobremesa» aus Weimar. Die Musiker Johannes Gunkel (Trompete) und Dias Karimov (Piano) haben sich an der Hochschule für Musik „Franz Liszt» in Weimar ken¬nengelernt. Gunkel war bis zum Be¬ginn des Musikstudiums Schüler an der Kreismusikschule und spielte in der Big Band. Diese wird gegen 21.30 Uhr den letzten Teil des Konzertes einläuten. Als Gesangssolistin wird Anne-Kathrin Hoffmann zu erleben sein. Eintrittskarten gibt es in der Tou¬rist-Information, Ratsstraße 20, Tel.: (03601) 404770 für 10 Euro und an der Abendkasse für 12 Euro. Foto: privat


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20.08.2014 — Schlitzer Bote

Uraufführungen und Premiere für alle Günkel, Karimov und Floryan gaben gemeinsames Konzert LAUTERBACH

Im Anschluss an die Vernissage «Blütennetze» der Malerin Gisela-Maria Wittmer am Sonntag im Hohhaus, folgte ein begeisterndes Konzert der junggebliebenen Musiker Dias Karimov aus Weimar, des Lauterbacher Gitarristen und Komponisten Martin G. Günkel sowie eines Überraschungsgastes.
Von unserem Mitarbeiter ALFRED HAHNER
Beide Musiker kennen sich seit 2012 und gaben schon einige Male zusammen Konzerte. Beide haben bei ihrem Spiel eine gemeinsame Akkordfolge und Tonart, variieren und improvisieren ihre jeweiligen Stücke gegenseitig, was das Geheimnis ihres Zusammenspiels ist.
Das Konzert war dreigeteilt, und beide Musiker gaben jeweils kurze Erklärungen zur ihren Stücken.
Dias Karimov begann mit der «Patètique-Sonate» von Ludwig van Beethoven in einer Jazz-Version.
Es folgten «Vocaliese» von Sergee Rachmaninow auf besonderen Wunsch von Gisela Wittmer, das Jazzstück «Lover» von Richard Rodgers, und zum Abschluss spielte Dias Karimov eine Jazzversion «Das alte Schloss» aus dem Zyklus einer Ausstellung von Modert Mussorgski. Den gemeinsamen Teil begann Dias Karimov mit der Eigenkomposition «Impuls», das Martin Günkel auf der Gitarre begleitete. Es folgte die Eigenkomposition «Passacaglia» von Martin Günkel.image_content_bildausschnitt1
Dann wurden die vielen Zuhörer Zeugen zweier Uraufführungen von Martin G. Günkel: «Beauty» und «Angel», die beim Publikum hervorragend ankamen. Zum Abschluss trug Günkel das Stück «Lullaby» mit einem wunderbaren «Stride Piano» von Dias Karimov vor.
Mit der in Lauterbach und darüber hinaus bekannten Sängerin Manuela Floryan trat dann der Überraschungsgast auf. Und Martin Günkel hatte in seiner Anmoderation nicht zuviel versprochen. Manuela sang zunächst die Ballade «Misty» von Errol Garner und dann den bekannten Shirley-Bassey-Hit «Big Spender», wobei zu ihrem ausgezeichneten Gesang ihr schauspielerisches Talent aufblitzte.
Dieser Auftritt wurde mit großem Beifall des Publikums bedacht. Für Martin Günkel war es übrigens das erste Konzert, bei dem er eine ausgewiesene Sängerin mit ihrem voluminösen Sopran begleitete.
Dankesworte gab es am Ende von Gisela-Maria Wittmer für dieses ausgezeichnete Konzert, das den Abschluss ihrer Vernissage bildete und in Erinnerung bleiben wird.
Drei Musiker – ein tolles Konzert: Dias Karimov, Manuela Floryan und Martin G. Günkel (von links). Foto: Hahner


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2013 — Lauterbacher Anzeiger

Viel Musik und Atmosphäre

crit9Museumsfest aus Anlass des Geburtstages der amtierenden Präsidentin Gisela Maria Wittmer

LAUTERBACH (red). Große Worte gab es nicht beim Museumsfest zum Geburtstag der amtierenden Museumspräsidentin Gisela Maria Wittmer. Stattdessen gab es ein Konzert mit dem Pianisten Dias Karimov und anschließend eine stimmungsvolle Party im Museumshof. Eine Veranstaltung in schönem Ambiente und mit’ einem nicht alltäglichen Programm.
„Sie sind alle Ehrengäste», begrüßte die Präsidentin die Gäste im Rokokosaal. Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller, der mit Stadtverordnetenvorsteher Lothar Pietsch gekommen war, gratulierte Wittmer zu
ihrem Geburtstag und dankte ihr für ihr vielfältiges Engagement im Museum. Ebenso würdigte er ihr Werk als Malerin.
Dias Karimov konzertierte bei diesem Museumsfest zum dritten Mal im Hoh-haus. Der 30-jährige Weimarer Pianist hat sowohl klassisches Klavier als auch Jazz studiert und eine musikalische Sprache entwickelt, die sich aus bei-dem speist. Wittmer hatte ihn für die Eröffnung einer ihrer Ausstellungen erstmals engagiert.
crit10Jazz-Standards wie Irving Berlins „The Best Things For You» gehören genauso in Karimovs Repertoire wie bei-
spielsweise die „Pa-thetique»-Sonate von Ludwig van Beethoven. Wie bei Jazzstücken üblich, nimmt der Pianist auch bei Beethoven-Sätzen die Akkordverbindungen, um darüber eigene Melodien und Riffs zu entwickeln.
Das Spiel Oscar Pe-tersons hat deutliche Spuren in der Musik Karimovs hinterlassen. Dicke Blockakkorde in Kombination mit reich verzierten, perlenden Läufen waren Peter-sons Markenzeichen, wobei auch schnelle Läufe so platziert und so strukturiert waren, dass sie übersichtlich und eingängig waren. Ein weite-
rer deutlicher Einfluss auf Karimov ist Michel Petrucciani.
Alle seine Einflüsse hat Dias Karimov zu einer komplett eigenständigen musikalischen Sprache verarbeitet. Seine Virtuosität ist groß, doch er stellt sie immer in den Dienst von Melodien, Klangfarben und nicht zuletzt Atmosphäre. Davon profitierte eine wilde, packende Version von Franz Liszts zweiter „Ungarischer Rhapsodie» ebenso wie eine zutiefst bewegende Version von „Somewhere Over The Rainbow».
Am Ende lud er den Gitarristen und Komponisten Martin G. Günkel ein, bei der Zugabe mitzuspielen — eine viel beklatschte Überraschung, für die die beiden Musiker wenige Stunden vor dem Konzert geprobt hatten. Eine Pas-
sacaglia aus Günkels Feder ließ das Duo in „Happy Birthday» übergehen. Zunächst improvisierten sie über die Akkorde des Geburtstagsliedes, um erst gegen Ende die Originalmelodie zu spielen — eine Überraschung in der Überraschung.
Das Ambiente des Museumshofes -an diesem Abend mit reichlich Sitzgelegenheiten ausgestattet — bot einen wunderbaren Rahmen für die anschließende Party. Martin G. Günkel — nun solo — sorgte mit seinem Gitarren-Swing für den musikalischen Rahmen. Gisela Maria Wittmer ist es schon oft gelungen, Veranstaltungen mit viel Atmosphäre und einem nicht alltäglichen Programm auf die Beine zu stellen. Aus Anlass ihres Geburtstages tat sie nichts anderes.


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13.05.2013 — Lauterbacher Anzeiger

Von beschwingender Leichtigkeit

Dias Karimov spielte im Lauterbacher Hohhaus zum zweiten Mal Jazzversionen  klassischer Stückecrit4

LAUTERBACH. Jazz besteht darin, über Stücke zu improvisieren, die man mag. Der Pianist Dias Karimov mag unter anderem die Musik Beethovens, Liszts und Mussorgskis — also verwendet er sie als Basis seiner Improvisationen. Zum zweiten Mal gab er ein herausragendes Konzert im voll besetzten Rokokosaal des Lauterbacher Hohhauses, nachdem er dort vor rund anderthalb Jahren debütiert hatte.
Dias Karimovs Spiel ist enorm vielgestaltig. Genregrenzen sind Konstrukte, die er zu Recht ignoriert, und die vielen Stilelemente seines Spiels ergeben stets ein stimmiges Ganzes. Seine enorme Virtifbsität stellte er stets in den Dienst von Melodien und Klangfarben — und mit allem, was er spielte, hatte er etwas zu erzählen. Diese Musik hatte stellenweise komplexe Strukturen — und doch ging sie bestens ins Ohr und hatte eine beschwingende Leichtigkeit.
Karimov begann mit einer Art Ouvertüre ohne Improvisation — es war seine eigene Bearbeitung des „Ave Maria» von Charles Gounod, das wiederum auf dem ersten Präludium aus dem „Wohltemperierten Klavier» von Johann Sebastian Bach basiert. Gounod hat hier, wenn man so will, etwas Ähnliches getan wie Karimov: Er hat einem Stück, das ihn berührte, eine weitere Melodie hinzugefügt.
Während Gounod eine Sopran-Stimme über das Bach-Stück gelegt hat, spielt Karimov mit der linken Hand den markanten Bach-Part, während er Gou-nods Melodie in den Bass verlagert hat. Ein sehr ansprechendes Arrangement, das Karimov mit berührender Zartheit spielte.
Das erste Stück, über das Karimov improvisierte, war Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 8 c-Moll, op. 13 mil dem Beinamen „Pathetique». Im einleitenden Grave-Teil blieb Karimov zunächst bei Beethovens Text, den er höchst pointiert, kraftvoll und spannungsreich umsetzte. Von gewaltiger Wirkung war sein energetisches Spiel des Allegro-Teils, bei dem er mit dem Original-Thema anfing, um dann fließend in seine Improvisation überzugehen.
Er gestaltete kleine Riffs, über denen er perlende und zugleich klar strukturierte Läufe spielte. Als er zurück zum Gra-ve kam, griff er Beethovens Text wieder auf, aber in variierter Form. Als er über diesen Teil schließlich auch mit komplett eigenständiger Melodik also ohne Beethoven-Zitate — improvisierte, steigerte er langsam das Tempo. Zugleich schuf er eine entrückte Atmosphäre.
Auch den zweiten Satz finger mit Beethovens Melodie an, wieder ging er vollkommen fließend in die Improvisation über. Die war hoch emotional. Ihre Melodien hatten zunächst recht wenige, wirkungsvolle Noten, ehe er nach und  nach mit mehr, aber stets wohldosierten Verzierungen spielte.
Den dritten Satz fing er ohne Beethoven-Melodie an und setzte Melodiefetzen über treibende Riffs. Ks war ein Inferno, das er langsam und wirkungsvoll zur Ruhe kommen ließ.
Ein Komponist, dessen Musik schon länger im Jazz-Repertoire angekommen ist als die „Pathetique», ist Irving Berlin. Von ihm spielte Karimov „The Best Things For You». Die Art, wie der Pianist hier dicke Blockakkorde mit schnellen Läufen kombinierte, erinnerte unweigerlich an Oscar Peterson — und doch kopierte er den legendären Kanadier nicht. Karimov baute auch Strukturen ein, wie sie in der so genannten klassischen Musik zu finden sind, beispielsweise dynamische Strukturen ;ms der Romantik sowie Melodik und Bassläufe, die von Johann Sebastian Bach inspiriert waren.
Zu Beginn des zweiten Programmteils spielte Karimov zwei auskomponierte Stücke. Das erste war „Vokalise» von Sergei Rachmaninow. Die anfängliche Melancholie dieses Stücks wird langsam durch immer mehr Bewegung aufgelöst, das Ganze verändert sich hin zu einem prachtvollen Farbenspiel mit schwärmerischem Gestus. Das vollzog Karimov lebendig und mit viel Sinn für Gesamtdramaturgie nach. Als zweites auskomponiertes Stück spielte der Pianist „Fan-tasia Baschkira» aus der Feder seines Vaters Airat Karimov. Es ist eine beruhigende und stimmungsvolle Komposition, die der Interpret sehr leicht, flüssig und mit allen denkbaren Nuancen in der Stimmung umsetzte.
Mit der Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 von Franz Liszt kehrte Dias Karimov zur Improvisation zurück. Seine Version des Stücks hatte viele verschiedene Abschnitte, die aber von einem einzigen roten Faden zusammengehalten waren. Auch hier waren gelegentlich Anklänge an Bach zu hören. Vor allem aber fiel es sehr schwer, bei dieser Musik mit all ihren Gänsehautmomenten stillzuhalten. Kein Wunder, dass neben langem Applaus etliche „Bravo»-Rufe kämen.
„Das alte Schloss» aus den „Bildern einer Ausstellung» von Modest Mussorgski ist ein besonders griffiges Beispiel dafür, wie sich Karimovs Jazz-Versionen zu den Vorlagen verhalten. Zunächst hielt er sich ganz an die Art, wie Mussorgski ein altes Schloss mit einer geheimnisvollen Aura beschreibt. Dann steigerte er das Tempo, ließ die Musik wild werden — als ob plötzlich in diesem alten Gemäuer Geister eine Party feierten. Am Ende ließ er diese Party sich auflösen. Mussorgski hat inspirierende Musik geschrieben, die es wert ist, die Ideen aufzugreifen, die man durch sie bekommt. Das tut Dias Karimov. „Lo-ver» von Richard Rodgers und „Take the A-Train» von Duke Ellington waren zwei packende Zugaben, mit denen der Pianist für den großen Applaus dankte.
Von Martin G. Günkel


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17.04.2013 — Sächsischer Bote

Benefiz für Trinitatisruine

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Klavierkonzert. Dias Karimov präsentiert Programm «Klassik goes Jazz»

Dresden-Johannstadt. Klassische Musik und Jazz mieden sich lange wie Feuer und Wasser. Diese Zeiten sind längst vorbei. Auch unter den eingefleischtesten Verfechtern einer Trennung von „E»-Musik und „U»-Musik hat sich herumgesprochen, dass die Grenzen zwischen „ernster» und „unterhaltender» Musik verschwunden sind. Mehr noch: Es handelt sich um zwei anspruchsvolle Musikrichtungen, die sich auf höchstem musikalischen Niveau in den letzte Jahrzehnten wechselseitig inspiriert haben.
Der Klaviervirtuose Dias Kari-mov absolvierte in Ufa am Ural, ein Doppel-Studium als klassischer Pianist und Musiklehrer, hat auch an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar sein Diplom-Studium als Jazz-Pianist fast abgeschlossen. In den letzten Jahren konnte er sich nicht nur zahlreiche Auszeichnungen für seine künstlerische Arbeit und ein Stipendium der Franz-Liszt-Stiftung erspielen, sondern darüber hinaus im vergangenen Sommer ein viel beachtetes Konzert im „Palacio de Congresos» auf der Baleareninsel Ibiza geben.
Mit einem Benefiz-Konzert zugunsten der Trinitatisruine in Dresden unter dem Titel „Classic goes Jazz» präsentiert Karimov im Gemeindesaal der Johannesgemeinde, Fiedlerstraße 2, sein neues Programm. Es beginnt am 19. April um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden zugunsten des Fördervereins der Trinitatis-kirche wird erbeten.
Zu den Klavierwerken, die Dias Karimov vortragen wird, gehört seine Interpretation der „Ungarischen Rhapsodie», Nr. 2 von Franz Liszt sowie seine Jazzbearbeitung der schwierigen Klaviersonate Nr. 8, op. 13, genannt „Pathetique», von Ludwig van Beethoven. Ein weiterer Höhepunkt seines Klavierkonzertes wird die Vorstellung einer äußerst anspruchsvollen Komposition seines Vaters sein, der als Komponist und Pianist in Ufa einen großen Namen hat. Auch zu diesem Werk spielt Dias Kari-mov seine eigene Jazz-Fassung.
Es gibt kaum einen Zuhörer, der sich der Virtuosität, der musikalischen und technischen Meisterschaft sowie Kreativität von Dias Karimov entziehen kann. Mit ihm ist eine neue Generation von Pianisten herangewachsen, die mit der Synthese aus Bluespiano und Cooljazz neue interessante Ausdrucksform entwickeln. Musikliebhaber, die sich für Jazz-Piano begeistern, sollten sich dieses Konzert nicht entgehen lassen.


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 06.02.2012 — LAUTERBACH

Zwei Genres mit gemeinsamer Geschichte

Pianist Dias Karimov spielt grandioses, packendes Konzert mit Klassik und Jazz im Hohhaus

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Einen ungewöhnlichen und ungewöhnlich großartigen Abend bot Dias Karimov seinen begeisterten Zuhörern im ausverkauften Rokokosaal des Lauterbacher Hohhauses. Ein Programm, das klassische Musik und Jazz zu Recht zusammenbrachte, spielte der Pianist auf durchweg packende Weise, wobei er seine enorme Virtuosität ganz in den Dienst von Melodie, Emotion und Atmosphäre stellte. Über anderthalb Stunden Konzert fühlten sich an wie wenige Minuten.
Arno Helfenbein hatte den 28-Jährigen, der in Weimar nach einem abgeschlossenem Klassik-Studium Jazz-Klavier studiert, nach Lauterbach geholt.
Klassik und Jazz haben schon lange eine gemeinsame Geschichte. George Gershwin war einer von vielen klassischen Komponisten mit Jazz-Einflüssen, und viele Jazzer sind auf verschiedene Weise von klassischer Musik inspiriert. Populäre Beispiele sind die Bach-Interpretationen von Jacques Loussier oder auch das Album „Sketches Of Spain“ von Miles Davis.
Oscar Peterson verlangte von seinen Schülern, dass sie sich mit Bach beschäftigten. John Lewis war ein großer Bach-Verehrer, und das merkt man seinem Spiel und seinen Kompositionen an. Dass der theoriegeleitete Lewis im Modern Jazz Quartet auf den eher intuitiv spielenden Blueser Milt Jackson traf, machte mit den besonderen Reiz dieser Band aus. Die beiden passten zusammen, auch wenn sie das selbst wohl nicht immer wussten. Jazz wie dieser füllte eine Lücke, als viele Vertreter der so genannten Klassik alles Eingängige und Melodische verweigerten. Diese Art von Jazz war nun also ‘klassische’ Musik. Nebenbei war auch in der Barockzeit nicht alles ausnotiert, insofern ist die Frage einer einzigen, allein gültigen Form eines Stücks kein Argument in Sachen Klassik.
Die künstliche und unsinnige Trennung von „Ernst“ und „Unterhaltung“, von der offensichtlich die gedachte Mauer zwischen Klassik und Jazz herrührt, beruht ohnehin mit darauf, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts selbsternannte „ernste“ Komponisten auf Kosten von „Unterhaltern“ bereichern wollten. Auch Jazzer meinen ihre Musik ernst, und Bachs oder Beethovens Musik ihren Unterhaltungswert abzusprechen, wäre eine Beleidigung.
Dias Karimovs Konzert beinhaltete „klassische“ Original-Kompositionen ebenso wie Jazz-Arrangements „klassischer“ Musik und Jazz-Standards. Das Ergebnis war ein durchweg stimmiger Abend voller mitreißender Musik.
Präludium und Fuge in c-Moll aus dem ersten Teil von Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ waren ein passender Einstieg angesichts des großen Einflusses Bachs über die Jahrhunderte und die Genres hinweg. Karimov bot eine spannungsreiche, energiegeladene Interpretation, bei der viel Groove alles zusammenhielt. Außerdem begeisterte der dicke und zugleich sehr definierte Grundklang, den der Pianist vielfältig einfärbte.
Von Wolfgang Amadeus Mozarts Musik gibt es dank romantisierender Interpretationen ein einseitiges und verzerrtes Bild. Karimov ließ das alles hinter sich und spielte den ersten Satz aus der Sonate in a-Moll mit viel Biss. Er ließ es fließen und perlen, aber auch knallen. Auch hier war ein Grundpuls spürbar, die Interpretation brachte einen zum Mitwippen.
Ebenso beeindruckend war Karimovs Umgang mit Spannungsbögen bei Sergei Rachmaninows „Musikalischem Moment“ in e-Moll.
George Gershwins „Rhapsody in Blue“ hat eine komplexe Struktur, die Karimov keinerlei Probleme bereitete. So, wie er das Werk spielte, fand man sich jederzeit in dieser Struktur zurecht. Die große Bandbreite des Ausdrucks bildete er höchst differenziert ab.
Maurice Ravel hat einmal beklagt, dass amerikanische Komponisten europäische Musik imitierten, statt ein Ohr an den populären Klängen ihrer Heimat, also beispielsweise am Jazz, zu haben. George Gershwin ließ diese Einflüsse zu — und schuf dabei auch Stücke, die zu Jazz-Standards wurden.
Das „Ave Maria“, das Charles Gounod auf Basis des ersten Präludiums aus Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ geschrieben hat, hat Dias Karimov für sein Programm arrangiert. Gounods Melodie bildete das Thema, wobei sich Karimov hierbei an der Begleitung orientierte, die von Bachs Komposition vorgegeben wird. Bei seiner Improvisation spielte er ein pulsierendes Stride-Piano, wobei dicke Blockakkorde in Verbindung mit schnellen Läufen an Oscar Peterson erinnerten. Karimov kopierte Peterson aber nicht, sondern machte aus diesem Einfluss trotz der deutlichen Anleihen etwas Eigenes. Den Übergang zurück ins Thema legte Karimov so flüssig hin, dass man ihn kaum bemerkte.
Skurril und wunderschön zugleich ist eine Komposition von Airat Karimov, dem Vater des Pianisten. „Fantasia Baschkira“ stellt extrem unterschiedliche Komponenten nebeneinander, die Dias Karimov wunderbar miteinander verband.
Auf einem Thema seines Vaters beruht Dias Karimovs eigene Komposition „Ich erinnere mich“. Das Stück beginnt ganz ruhig und beschreibt dann einen weichen Übergang ins Monumentale. Vollkommen fließend auch der Übergang in einen jazzigen Teil. Selbst in einem ruhigen, verhaltenen Abschnitt war noch ein Rest von Groove zu spüren, der die Musik am Leben hielt.
Bei seinem eigenen Jazz-Arrangement von Franz Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 2 spielte Karimov nicht nur mit viel Groove und mit allen denkbaren Klangfarben, sondern auch mit einer gehörigen Portion Witz. Liszts Original-Anteile und die Jazz-Passagen waren vollkommen durchlässig und passten perfekt zusammen.
Generell ist zu Karimovs Jazz-Improvisationen zu sagen, dass sie zwar hoch virtuos und sehr komplex waren, aber stets melodisch und eingängig. Das war niemals unzugängliche, dissonante Musik von der Art, von der viele Vorurteile gegen Jazz herrühren.
Für den zu Recht großen Beifall, der von Jubelrufen begleitet war, bedankte sich Dias Karimov mit zwei Jazz-Standards: „Somewhere Over The Rainbow“ und „Take The A-Train“.
Von Martin G. Günkel


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Liszt — Das Magazin der Hochschule 2012 | Con brio: Persönliches

Steckbriefe

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Liszt spielt Jazz, Beethoven Rock, Mozart eher Funk

Es sah zunächst nach einer klassischen Pianistenkarriere aus: Diplom, zwei Aufbaustudiengänge und Lehrtätigkeit am Konservatorium in Ufa. Doch seit 2008 verfolgt Dias Karimov sein bisheriges Hobby professionell und studiert in Weimar Jazz-Klavier bei Prof. Leonid Chizhik und Christian von der Goltz. Sein spezielles Profil: Werke der klassischen Klavierliteratur jazzig zu arrangieren. Vor allem die stren­gen Regeln der russischen Schule möchte er damit über­schreiten
 Was bearbeiten Sie?
Bach natürlich, außerdem Beethoven, Liszt, Mussorgsky — an Chopin arbeite ich gerade. Und sie alle haben sehr viel im­provisiert! Daran möchte ich gerade. Und sie alle haben sehr viel improvisiert! Daran möchte ich mich orientieren.
 Und wie?
Erst wenn ich ein klassisches Stück sehr gründlich studiert habe, „darf» ich es bearbeiten. Ich versuche mir vorzustellen, wie die Komponisten sich musikalisch ausdrücken würden, wenn sie heute lebten. Liszt zum Beispiel wäre mit Sicherheit Jazz-Pianist, Beethoven bestimmt Rockmusiker und Mozart würde vielleicht Funk spielen.
 Ihre Position zwischen Klassik und Jazz?
Jazzerwerfenden Klassikern oft vor, nur an den Noten zu kle­ben und nicht frei zu spielen. Umgekehrt kritisieren Klassiker an Jazzern die mangelnde Technik. Ich bin nicht Jazz-oder Klassik-Pianist. Ich bin Musiker!


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Liszt und Gershwin

 Klavierkonzert im Kongresszentrum

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Anlässlich des 200. Geburtstag von Franz Liszt und des 70. Todestages von George Gershwin gibt der russische Pianist Dias Karimov ein Konzert im Kongresszentrum in Santa Euläria.

Dias Karimov spielt neben eigenen Kompositionen unter anderem die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Franz Liszt und die „Rapsody in Blue» von Gershwin in der besonders anspruchsvollen, von Gershwin selbst für Klavier bearbeiteten Fassung. Trotz seiner jugendlichen Erscheinung hat Dias Karimov, dessen Vater ebenfalls namhafter Pianist und Komponist ist, bereits ein Studium als klassischer Pianist am Konservatorium von Ufa in Russland abgeschlossen. Zur Zeit absolviert er als Meister-schüler die Jazz-Piano-Klasse der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar. Dias Karimov gehört zum Ensemble des Kabaretts SinnFlut in Weimar.
Klavierkonzert, im Kongresspalast in Santa Euläria, am Samstag, 2. Juli 2011, um 21.30 Uhr. Eintritt: 12 Euro. Im Oktober ist ein weiteres Klavierkonzert von Vater und Sohn Karimov im Kongresszentrum geplant.


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Russisches Magazin «Rampa»

Джаз — это вовсе не суета*

crit5Диас Каримов — очень необычный пианист. Один из самых способных выпускников Уфимского ССМК и УТАИ им. 3. Г. Исмагилова, он еще в детстве, под влиянием отца-композитора, заинтересовался джазом. Со временем освоил джазовый пианизм, четыре года работал в уфимских ресторанах, где приходилось играть в диапазоне от «Мурки» до Апассионаты Бетховена. Одинаково легко он читает сложнейшие нотные тексты и без всяких нот импровизирует на любую заданную тему.
Уже на первом курсе академии Диас начал концертировать на профессиональных сценах города, а к выпуску заработал репутацию одного из лучших ансамблевых музыкантов Уфы. Не было более желательной кандидатуры на место преподавателя джазовой импровизации в академии, когда там появились подобные вакансии. Лучшие исполнители стремились заполучить Диаса в партнеры по ансамблю. Публика шла па его имя. Впереди открывались замечательные карьерные перспективы.
Но молодости свойственна жажда совершенства. Сознавая недостаточность своего джазового образования, Диас мечтал учиться у мастеров мирового уровня, И вот он в Веймаре, в высшей школе музыки им. Ф. Листа. Его специальность — джаз-клавир. Его педагог— Леонид Чижик.
Не так давно Диас побывал в гостях у «Рампы», и мы получили из первых рук рассказ о его сказочном попадании в один из самых музыкальных городов мира.
— Долгое время я жил как бы в двух измерениях — джазовом и классическом. Это совершенно разные способы мышления. Как будто с автомобиля пересаживаешься на велосипед. Только так называемое «третье течение» использует «два в одном» — и классический, и джазовый тип музицирования. Его я и хотел освоить, пытаясь попасть к Даниилу Крамеру. Но в тот моменту Крамера был перебор учеников. Тогда я нашел в Интернете фирму Alma Musica, заполнил анкету и отправил по назначению свою демо-запись соло и в составе трио. Через несколько дней от агента фирмы Дмитрия Хоффмана пришло сообщение о том, что запись моя вызвала одобрение и меня приглашают учиться в Мюнхене или Веймаре у Леонида Чижика. Я не мог поверить. Фантастика! Чижик — учитель Крамера, он никого не берет и вдруг мне такая честь!
В Веймаре мы встретились с Хоффманом и сразу поехали к Чижику. Я жутко волновался — как-никак, мне предстояло знакомство с живой легендой. Он ждал в ресторане, держался просто, угощал пивом. Мы говорили об Уфе, о Вадиме Монастырском, чье имя символизирует золотой век фортепианной кафедры нашей академий Леонид Аркадьевич рассказывал, как они с Монастырским жили в одной комнате общежития Гнесинки, как играл вечерами в ресторанах и подкармливал своих сокурсников, чувствуя себя Рокфеллером среди богемы…
На следующий день мне предстояло вступительное испытание. Я играл Вторую рапсодию Листа со своей джазовой каденцией. Ко мне присоединился местный барабанщик, мы с ходу сбацали несколько джазовых стандартов, и тут маэстро поздравил меня: я был зачислен. Мне предстояло фактически бесплатное четырехлетнее обучение в Веймаре, в классе Леонида Чижика. Сон становился явью.
За полгода с нуля выучил немецкий и получил сертификат. Способностей к языкам у меня никаких, но при той невероятно жесткой системе обучения заговоришь даже на китайском. Пока учил язык, осматривался, наблюдал. Веймар — живая история музыки. Каждая улица дышит ею. Идешь и диву даешься: слева — домик Листа, справа — памятник Баху…
В школе музыки меня многое удивляло. Например, техника пианизма. Это феноменальная скорость, мгновенные переключения с классики на джаз. Блестящий уровень исполнительства на духовых инструментах.crit6
Особая статья — мое общение с Чижиком. Из России он уехал 17 лет назад, а теперь накоротке с самыми известными джазовыми музыкантами России, Америки, Европы, Оскар Пи-терсон, Каунт Бейси… Для нас это небожители, а для него близкие друзья.
Жизнь в Веймаре стоит дорого. Кроме занятий, мне приходится много работать. Германия дает музыканту уникальный практический опыт. У меня контракт со звукозаписывающей компанией, я рекламирую музыку немецких авторов, играя заданные трехчасовые программы. Другое поле деятельности — штрассен-мьюзик, уличная музыка. В Германии это целая традиция, популярная и любимая горожанами, Там не играют в переходах, нет этой нелегальной халтуры, поскольку музыканту сначала необходимо получить разрешение специальной профессиональной комиссии.
Представьте такую картину: городская площадь, мимо изредка проезжают кареты, запряженные лошадьми, напротив — дворец, памятник зодчества. Наступает вечер, двери дворца широко раскрываются и оттуда на улицу выкатывают концертный рояль. К нему подходит пианист, усаживается. Рядом — девушка с арфой. Звучит живая музыка, зрители, спокойные. добродушные, рассаживаются прямо на асфальте и слушают «Роялями улиц и площадей» не пренебрегают даже академические музыканты, желая обрести свободу от нотного текста. Мне поначалу было некомфортно — в Уфе я преподавал в академии, был концертирующим пианистом, во мне еще живы российские стереотипы отношения к уличному как к низшему. Но скоро я их преодолел и оценил всю пользу такого музицирования. Круг моих профессиональных знакомств стал шире, и теперь желание прохожих остановиться и послушать мою игру стало доставлять мне удовольствие. Сам я не тусовочный человек, в моей природе — не развлекаться, а развлекать других.
Какие у меня планы? Хочу достичь профессиональных вершин джазового исполнительства. Чижик говорит, что я достоин серьезных контрактов, мировых концертных подмостков. Вернусь ли в Уфу? Меня ждут в родной академии, и я хотел бы еще там поработать, уже имея европейское образование.
Записала Лилия Латыпова.
 *Буквальный перевод с английского слова jazz — суета.